In der Haut des Mörders und seines Jägers…

Buchkritik: „Krötenwanderung“ von Rainer Würth

„Krötenwanderung“ ist ein bissig-harter Krimi mit einem neuen und doch irgendwie bekannten Kommissar. Nach wenigen Seiten wird klar, dass hier die Innenansichten der Protagonisten den Leser durch eine Achterbahn der Gefühle jagen.

In der badisch-schwäbischen Provinz wird der Leiter des Bauamtes tot aufgefunden. An möglichen Tätern herrscht bald kein Mangel mehr. Da sind zum einen die verärgerten Anwohner einer Wohnstraße, auf deren Kosten diese Straße ausgebaut wird und an deren Rand der Tote gefunden wurde. Dann versammeln sich genau zu dieser Zeit Rechtsradikale in der Stadt, die ebenfalls dem einen oder anderen bedrohlich erscheinen. Das sind jedoch längst nicht alle Verdächtigen, die infrage kommen. Aber ehe der Mörder gefasst werden kann, gibt es weitere Tote.

Kommissar Bruno Kolb, gejagt von eigenen Dämonen, lässt sich durch die Verdächtigungen, mit denen manche so schnell bei der Hand sind, nicht beirren.

Rainer Würth erzählt fesselnd und mit wachsendem Tempo auf einem hohen literarischen Niveau. Seine Charaktere sind glaubhaft, weil sie platte Stereotype vermeiden. Manches, was zunächst als Klischee erscheint, wird immer wieder durch neue Perspektiven gebrochen.

Ich bin mir sicher, dass dieser Kommissar Bruno Kolb eine große Karriere vor sich hat. Hoffentlich folgen bald neue, ebenso hochwertig und spannende Fortsetzungen. Unbedingt lesenswert!

—————– Ende der Amazon Kritik ————————–

Aber die Leser meines kleinen Blog erfahren hier noch ein wenig mehr 😉

Rainer Würth ist der Bruder einer Freundin von mir. Daher kann ich bestätigen, was sich auch aus dem Inhalt leicht erkennen lässt: Die Stadt am Rand des Schwarzwaldes hat nicht eben wenige und das mit Sicherheit nicht zufällige Ähnlichkeiten mit meiner Heimatstadt Pforzheim.

Ob es die „Oberbürgermeisterin“ oder die Container hinter dem alten Rathaus, als es renoviert wurde, sind. Abgesehen von den phantasievollen Straßen- und Platznamen, viele Schilderungen kommen einem als Pforzheimer bekannt vor.

Die Ähnlichkeiten können, sollen und dürfen nicht zu der falschen Annahme verleiten, dass hier Tatsachen geschildert werden. Die Fiktion bleibt erfunden, auch wenn man den Kopf über so viele Ähnlichkeiten schütteln kann.

Für mich persönlich ist dieser Krimi um so spannender, da ich dachte, ich sei der Erste, der einen Kriminalroman über die Goldstadt schreibt. Dem ist nicht so und ich verneige mich vor dem Vorbild. Es wird sehr schwer werden, daran heranzureichen, falls es mir überhaupt je gelingt.

Für alle die es noch nicht wissen, unter Goldstadtstreife.de schreibe ich zur Zeit online an einem Krimi. Noch ist es der Anfang eines Kapitels, aber ich bin mehr denn je motiviert, weiter zu schreiben.

Vielleicht findet sich ja sogar so etwas wie eine Kooperation, dass wir uns Figuren des jeweils Anderen „ausleihen“. Natürlich nicht als Hauptpersonen, sondern als schmückendes und belebendes Beiwerk.

Aber abgesehen davon warte ich bereits jetzt ungeduldig auf die Fortsetzung rund um und mit Bruno Kolb, den Pforzheimer Kommissar.

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